Koi-Storys

Moderne Sagen um Novartis
Iris Meier

 

What shall I call thee? Wie Novartis zu ihrem Namen kam
Wer jemals einen Namen für die eigene Rockband oder sein Meerschweinchen finden musste, weiss, wie schwierig ein solches Unterfangen ist. Alles klingt entweder zu banal oder zu exotisch. Vor die Aufgabe der Namensfindung gestellt sahen sich im Jahr 1996, kurz vor ihrer Fusion, auch Ciba-Geigy und Sandoz. In Basel erzählt man sich, dass zu diesem Zwecke eine lange Sitzung gehalten wurde. Unter anderem wurde ins Auge gefasst, aus den beiden Firmennamen einen neuen zu schaffen. Ohne Erfolg: Cidoz klang zu sehr nach einem Erfrischungsgetränk mit Limonengeschmack und Sanba zu sehr nach einem lateinamerikanischen Tanz. Nach acht Stunden Sitzung ohne Resultat soll Ciba-Chef Alex Krauer in breitestem Baseldytsch gesagt haben: «No wartis ab, bis uns öppis Gscheits iigfalle isch!› Der Name der Firma war gefunden. Aus dem W wurde in der schriftlichen Variante ein V. (Andere Quellen berichten, der Name sei aus dem Lateinischen novae artes, ‹neue Künste›, abgeleitet.)

 

Darf ich mal kosten? Koi-Story 1
Kois, eine japanische Karpfenart, sind in Asien ein Symbol für Glück und Wohlstand. In einem Teich auf dem Novartis Campus, so wird erzählt, schwimmen davon achtzehn Exemplare, die, so sagt man, vom Chef persönlich mit seinem Heliko(i)pter von einem Koi-Züchter aus Deutschland geholt worden seien. Die kostbaren Fische (man spricht von Preisen in sechsstelliger Höhe) sollen nicht bloss ein ästhetischer Genuss sein. Als sich im Frühjahr 2008 die ganze Schweiz vor dem Verlust der Nationalwurst Cervelat fürchtete, schien dies bei Novartis kein Thema gewesen zu sein. Was trauert ein Gourmet um eine Wurst, wenn er Delikatessen auf den Grill legen kann? Es wird in Basel nämlich erzählt, dass bestimmte Leute bei Novartis exklusive Grillfeste feiern, an welchen die sündhaft teuren Kois gegrillt und verzehrt werden.